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Beruf und Pflege vereinbaren

Wie Pflegeguides unterstützen können

Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird, stehen Familien oft vor großen Herausforderungen. Damit nicht nur Beruf und Familie vereinbar sind, sondern explizit auch Beruf und Pflege, ist der LWL Teil des Landesprogramms NRW zur „Vereinbarkeit von Beruf & Pflege“. Damit verpflichtet sich der LWL, pflegende Beschäftigte beratend und gezielt zu unterstützen. Dies vor allem mit Hilfe von ausgebildeten Pflege-Guides, so wie es Nina Raffetzeder-Graf in der LWL-Klinik Herten ist. Im Gespräch mit der Redaktion erzählt sie, wie sie ihren Kolleg:innen individuell und lösungsorientiert helfen kann.

Zwei Frauen sitzen sich an einem Schreibtisch in einem Büro gegenüber. Eine Mitarbeiterin im pinkfarbenen Pullover sitzt lächelnd vor einem Computerbildschirm und spricht mit der Besucherin.

Pflegeguide Nina Raffetzeder-Graf

Was genau macht der Pflegeguide für die Mitarbeitenden unserer Klinik?

Raffetzeder-Graf (RG): Mitarbeitende, die neben ihrer Arbeit in der Klinik Angehörige zu Hause pflegen, können mich aufsuchen. Ich erkläre, wie die vorhandenen Unterstützungsangebote aussehen, welche Leistungen abgerufen werden können und wo es Beratungsstellen in der Nähe gibt. Außerdem weise ich gezielt auf Onlineveranstaltungen zu diesem Thema hin.

Warum ist dieses Thema gerade im Gesundheitswesen so relevant?

RG: Viele Beschäftigte kümmern sich nicht nur beruflich um andere Menschen, sondern übernehmen auch privat Pflegeverantwortung. Dies stellt oft eine unsichtbare Doppelbelastung dar. Durch einen Pflegeguide wie mich erhalten die Beschäftigten konkret Unterstützung und stellen fest, dass Pflege kein individuelles Problem ist und es Hilfen gibt.

Was macht die Pflege von Angehörigen zu einer Herausforderung?

RG: Oft ist es der Zeitmangel, die emotionale Belastung und auch die Unsicherheit im Umgang mit Anträgen und Leistungen. Viele wissen oft gar nicht, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt und welche Ihnen zustehen. Es ist einfach wichtig, die Entlastung zu organisieren.

Wie sieht die konkrete Hilfe aus?

RG: In einem ersten Termin mache ich eine Bestandsaufnahme und schaue, was schon alles vorhanden ist. Mit Hilfe des digitalen Pflegekoffers kann ich dann genau schauen, welche Hilfen noch zusätzlich zur Verfügung stehen. Zum Beispiel zu Pflegegraden, Pflegegeld, Entlastungsleistungen oder auch zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Das spart den Beschäftigten viel Zeit und reduziert Stress und oft auch die Sorge. Ich biete meinen Kolleg:innen in dieser herausfordernden Situation ein gewisses Maß an Orientierung.

Warum bist du Pflegeguide geworden?

RG: Da ich die Beschäftigten schon seit einigen Jahren zum Thema „Pflege von Angehörigen“ berate, fand ich die Schulung zum Pflegeguide genau richtig für mich, um noch gezielter unterstützen zu können.

Kontakt:

Nina Raffetzeder-Graf
E-Mail: nina.raffetzeder@lwl.org

Infos zum Landesprogramm „Vereinbarkeit Beruf & Pflege“: https://berufundpflege-nrw.de

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Nina Raffetzeder-Graf ist nicht nur selbst in der Pflege tätig und Ansprechpartnerin in Gleichstellungsfragen, sondern auch bei Fragen zur Pflege von Angehörigen (hier im Gespräch mit ihrer Kollegin Doris Hübecker). (Bild: LWL/Rosa Sommer)

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Der digitale Pflegekoffer hilft bei der Suche nach gezielten Unterstützungsmöglichkeiten. (Bild: LWL/Rosa Sommer)

Kontakt:      

Rosa Sommer
LWL-Klinik Herten
Tel.: 0151 40635802
E-Mail: rosa.sommer@lwl.org
Im Schloßpark 20
45699 Herten

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Eine Mitarbeiterin im pinkfarbenen Pullover sitzt an ihrem Schreibtisch und betrachtet auf dem Computerbildschirm eine Internetseite mit Informationen zu Fortbildungen.