LWL-Klinik Herten führt Stationsäquivalente Behandlung ein
Angebot für psychisch erkrankte Menschen, für die ein stationärer Klinikaufenthalt nicht möglich ist
Herten (lwl). Die LWL-Klinik Herten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat ein neues Angebot für psychisch erkrankte Menschen: die Stationsäquivalente Behandlung, kurz: StäB. Als innovative Behandlungsform bietet StäB künftig einer bisher nicht versorgten Patientengruppe die Möglichkeit einer psychiatrischen Behandlung, vergleichbar mit einer vollstationären Versorgung.
Ein alleinerziehender psychisch erkrankter Vater mit kleinen Kindern ohne unterstützende Angehörige, ein Angstpatient, der sich eine Behandlung in einer Klinik krankheitsbedingt nicht zutraut, eine ältere Frau mit Anfängen einer dementiellen Erkrankung oder Menschen mit einer körperlichen Behinderung, die sich von ihrem gewohnten Umfeld nicht lösen können und die ein Standortwechsel zusätzlich belasten würde – für diese und noch weitere Zielgruppen steht künftig das stationsäquivalente Behandlungsangebot bereit.
„Der StäB-Bedarf und die Voraussetzungen für eine Behandlung im häuslichen Umfeld werden zunächst in einem Gespräch und mit einem Hausbesuch durch das Behandlungsteam geprüft“, erklärt Oberärztin Dr. Jana Schulte-Ostermann die Aufnahme in das StäB-Programm. „Besteht aus unserer Sicht der Bedarf einer stationären Behandlung und lässt die häusliche Umgebung eine solche Versorgung zu, dann erhält der Patient oder die Patientin eine vollstationär gleichwertige Behandlung, nur eben zuhause. Tägliche Hausbesuche durch das multiprofessionelle StäB-Team machen es möglich, die Patienten in ihrem gewohnten Umfeld zu erleben – im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung.“ Neben der ärztlichen Versorgung u.a. mit der Optimierung der Medikation sieht die stationsäquivalente Behandlung eine regelmäßige Psychotherapie, pflegerische Angebote, Ergo- und Kunsttherapie sowie Sport- und Bewegungstherapie durch ein mobiles Expertenteam vor. Zu den Vorteilen einer stationsäquivalenten Behandlung gehört es, dass sich das vertraute Umfeld und eingebundene Angehörige positiv auf den Genesungsprozess auswirken. Langwierige und beschwerliche Wiedereingliederungsprozesse, die nach einem längeren Krankenhausaufenthalt möglich sein können, werden mit StäB ebenfalls vermieden.
„StäB bedeutet eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung“, so der Ärztliche Direktor Dr. Ralf Hanswillemenke. „Wir möchten Menschen in akuten psychischen Krisensituationen noch weitreichender helfen können. Sie sollen nicht nur die Möglichkeit der klinischen Behandlung sehen, sondern bei Bedarf die Wahl einer stationären oder StäB-Behandlung haben.“
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Bereits außerhalb des LWL-Klinikgeländes im Einsatz: ein Teil des StäB-Teams (von links) mit Pflegefachkraft Katharina Beuth, Sozialarbeiterin Nadine Derleh, Medizinische Fachangestellte Olga Ruf, Oberärztin Dr. Jana Schulte-Ostermann, Pflegerische Leitung Axel Kaminiarz, stellv. Leitung Ergotherapie Benjamin Turci, Pflegefachkraft Jacqueline Meyer, Psychologin Yaren Calisgan und Stationsärztin Miruna Maria Muresan (Foto: LWL/Dietmar Wäsche)
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