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Ätherische Öle im Einsatz

Wo Düfte nicht nur gut riechen, sondern wohltuend sind

„Wenn es mir nicht gut geht, mir alles zuviel wird, dann nehme ich meinen Roll-on und rieche daran. Der Duft holt mich dann sofort aus dem Negativen raus“, erzählt eine Patientin im gemeinsamen Gespräch mit Phyto- und Aromaexpertin Hildegard Kofoth, seit 2015 als Genesungsbegleiterin in der LWL-Klinik Herten angestellt. Kurz vor der Entlassung freut sie sich nun, dass sie zuhause bei Bedarf neben anderen Skills dann auch auf einige Düfte zurückgreifen kann.

„Unsere Nase ist verantwortlich für viele unvergessliche Momente in unserem Leben – im Guten wie im Schlechten“, erklärt Hildegard Kofoth. „Unsere Augen können wir verschließen, wenn wir etwas nicht sehen wollen, unsere Ohren zuhalten, wenn wir etwas nicht hören wollen, aber die Nase kann man nicht abschalten. Wir benötigen sie überlebenswichtig zum Atmen.“

Bei der Aromapflege geht es also um schlechte und gute Erinnerungen, angenehme wie unangenehme Gerüche und letztlich um wohltuende Düfte. Dies zusammen wird zunächst in gemeinsamen Gesprächen während des Therapieaufenthalts erarbeitet: Was belastet dich gerade? Welche Erinnerung hast du mit einem schönen Duft in der Kindheit? Wie kann ein besonderes ätherisches Aroma die Therapie unterstützen?

Elementar bei der Erstellung eines Wohlfühlöls sind die Basisöle, zu denen unter anderem Mandel- oder auch Sesamöl gehören. Je nach Bedarf kommen dann in Absprache mit dem Patienten oder der Patientin und dem jeweiligen Anliegen ätherische Öle hinzu. Diese können Öle wie Melisse, Angelikawurzel oder Rosmarin sein. Danach sucht sich die Patientin/der Patient ein Wohlfühlöl aus wie Benzoe Siam, Lavendel, Litsea oder auch Orange. Die Öle werden individuell zusammengestellt, vermischt und abgefüllt. Es gibt Öle, die bei Traurigkeit aus dem Stimmungstief holen können, ebenso z.B. bei Gedankenkreisen, Schlafstörungen und Panik unterstützend wirken. Auch im Rahmen einer Ernährungsumstellung z.B. aufgrund von Gewichtsproblemen oder chronischen Erkrankungen setzt Hildegard Kofoth als ehemalige Oecotrophologin gerne ätherische Öle ein.

„Vorteil der ätherischen Öle: Sinnvoll eingesetzt gibt es keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten“, so die Genesungsbegleiterin. „Sie sind auch kein Ersatz für eine medikamentöse oder therapeutische Behandlung, sondern als begleitende Unterstützung zu verstehen, so dass zum Beispiel eventuell auf eine mögliche  Bedarfsmedikation  verzichtet werden kann.“

Derzeit bietet sie den Pflegefachkolleg:innen als ausgebildete Phyto- und Aromaexpertin Fortbildungen in der Aromapflege an. Anmeldungen sind möglich bei Sandra Böhm, Leitung der Pflegebildung.

E-Mail: pflegedirektion.herten@lwl.org

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Zwei Frauen sitzen an einem runden Tisch, eine hält ein kleines Fläschchen in der Hand.