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Depressionen: Wenn Zeit zur Qual wird und überfordert

Fachfortbildung am 19. Oktober

Menschen mit Depressionen erleben eine oft unerträgliche Verlangsamung der subjektiven Zeit bis hin zum Gefühl, die Zeit stehe still. Unabhängig von den sozialen Prozessen um die betroffene Person herum. Die Depression sorgt demnach dafür, dass Erkrankte von der gemeinsamen sozialen Zeit entkoppelt sind. In der Fachwelt wird dieser Vorgang als Desynchronisierung bezeichnet. Der letzte Fachvortrag in der diesjährigen Fortbildungsreihe der LWL-Klinik Herten für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) am 19. Oktober 2022 befasst sich mit der „Chronopathologie der Überforderung: Depression als Desynchronisierung“. Referent ist Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs, Karl-Jaspers-Professor für Philosophie und Psychiatrie an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. Wenn Depressionen Menschen aus ihrem Lebensrhythmus bringen und sie entkoppeln, dann sieht Fuchs in den Depressionen Indikatoren für Beschleunigungs- und Überforderungstendenzen der Gesellschaft. Der Vortrag untersucht die Chronopathologie der Überforderung aus phänomenologischer Sicht ebenso wie unter sozialphilosophischen Aspekten. Die Fortbildung ist eine Fachveranstaltung ausschließlich für Medizinerinnen, Mediziner, Psychologinnen und Psychologen sowie andere Fachleute. Sie startet um 17.15 Uhr im Schloss Herten, Im Schloßpark 20. Aufgrund der geringen Platzkapazität ist eine telefonische Voranmeldung dringend erforderlich. Anmeldungen nimmt Ursel Böhm von der LWL-Klinik Herten entgegen, Tel. 02366 802-5102.

Literatur Fuchs, T., Iwer, L., Micali, S. (Hrsg.) (2018): Das überforderte Subjekt. Zeitdiagnosen einer beschleunigten Gesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt/M.

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Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs ist Karl-Jaspers-Professor für Philosophie und Psychiatrie an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.