Neue Genesungsbegleiterin auf der A1 – Auf dem Weg zur Genesung helfen

„Es ist ein guter Tag, wenn ich abends das Gefühl habe, jemandem geholfen zu haben.“ Es klingt so einfach, wenn Elena-Maria Galisteo Ripoll das sagt. Und doch steckt für die neue Genesungsbegleiterin der LWL-Klinik Herten viel mehr hinter diesen Worten, als nur eine Binsenweisheit. Seit nunmehr sechs Monaten ist sie auf der A1 unterwegs und freut sich über jede gute Erfahrung.

„Jeder Tag ist wie eine Überraschungstüte, denn alle hier sind Menschen mit ‚special effects‘“, berichtet die 41jährige augenzwinkernd. „Jeder hat ein anderes Problem, und oft sind die Menschen ja auch nur kurz hier.“ Alltagstrott gibt es hier nicht. Manche Probleme der Patientinnen und Patienten kann sie nicht lösen, aber dann meistens den richtigen Ansprechpartner besorgen. Oft hilft es auch schon, wenn sie nur zuhört. „Ich war selbst wegen einer Depression in Behandlung und habe gemerkt, dass die Gespräche zwischen uns Betroffenen unglaublich viel geholfen haben.“ Und manchmal geht es auch nur um die ganz kleinen Dinge des Lebens, die glücklich machen können. Wie zum Beispiel eine Cola, die sie dann besorgt. „Als Genesungsbegleiter bist du manchmal auch Vermittler zwischen Behandler und Patient.“ Und oft auch ein guter Vertrauter für den Patienten.

Elena-Maria Galisteo Ripoll arbeitete 15 Jahre als Hörgeräteakustikerin und Pädakustikerin. Dann musste sie ihren Job krankheitsbedingt aufgeben. Den Beruf der Genesungsbegleiterin entdeckte sie zufällig bei Facebook. Er sei bei der Agentur für Arbeit oft gar nicht bekannt, hat sie festgestellt. Für sie war aber schnell klar, das möchte sie machen. Etwa ein Jahr dauerte die Ausbildung. „Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung bringen völlig neue Perspektiven mit. Nur die Jobsuche ist leider sehr schwierig“, bedauert die Gescheranerin. Sie hatte aber Glück, denn der LWL ist Vorreiter und setzt immer mehr Genesungsbegleiter in seinen Kliniken ein.

Heute ist erst einmal Feierabend. Morgen geht´s weiter. Sie lässt sich überraschen. Ihre erste Frage dann – fast immer: „Was liegt an?“

 

(aus dem EinBlick 1/2021)

Gastautor: Cornelius Dally