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Alles eine Frage der Beziehung

Alles eine Frage der Beziehung

Ambulante Nachsorge: Im Gespräch bleiben …

(13/1/22) Wenn man Brigitte Ilhan gelegentlich auf dem Parkplatz am Auto begegnet, dann ist sie oft noch nicht auf dem Nachhauseweg, sondern dann gerade mal wieder im „Außendienst“ unterwegs. Seit zwei Jahren ist sie in der ambulanten Nachsorge tätig und macht regelmäßig Hausbesuche bei ehemaligen stationären Patientinnen und Patienten.  

„Ich hole die Menschen dort ab, wo sie gerade stehen, und helfe ihnen weiterzugehen“, so umschreibt Brigitte Ilhan, Pflegefachkraft auf der Station A5 und in der Ambulanz B, ihre Arbeit. Klingt einfach. Tatsächlich ist sie mit viel Anstrengung verbunden und erfordert besondere Geduld und Beherztheit. Die gelernte Fachpflegekraft und Adherence-Therapeutin setzt dabei auf Beziehungsarbeit. „Zuhören, dranbleiben und Zeit geben“ – darin sieht sie die Kraft, die Menschen zu erreichen und Impulse zu geben.

Brigitte Ilhan bringt hierfür genügend Berufs- und Lebenserfahrung mit: Seit 35 Jahren ist sie Mitarbeiterin der LWL-Klinik Herten und empfindet ihre Arbeit als Bereicherung. Nach vielen Jahren auf der Kognitionsstation, wo unter anderem Menschen mit Psychosen behandelt werden, suchte sie eine neue Herausforderung und hatte die Möglichkeit einer halben Stelle in der Ambulanz.

Seit Ende 2019 versorgt sie zwischen 20 und 30 Patientinnen und Patienten im Monat. Die einen benötigen Unterstützung im Haushalt oder bei Einkäufen, die anderen schütten einfach ihr Herz aus. „In diesen Gesprächen werden oft Wünsche, Träume oder Probleme geäußert. Ich helfe ihnen dann, Lösungen und Wege zu finden“, erzählt sie. „Manche brauchen aber Zeit, bis sie Worte finden und sprechen. Ich sage mir immer: Bloß nicht nachlässig werden, hartnäckig bleiben. Ganz sanft. Irgendwann kommen dann die Worte.“

Zum Team der ambulanten Nachsorge gehören auch Anja Bußmann (Ambulanz A), Sevim Pantiroglu (TK im Schloss/Ambulanz B), Axel Kaminiarz (Station G2/Ambulanz B) und Christian Richter (Station G2/Geronto-Ambulanz). Pflegedirektor Uwe Braamt sieht in dem Angebot eine wichtige Ankerfunktion für die Patientinnen und Patienten. „Es ist wichtig, dass sie nach ihrem Klinikaufenthalt gut in den Alltag zurückkommen. Sie brauchen Struktur und Verlässlichkeit. Die ambulante Nachsorge schafft einen guten Übergang ins Leben zurück.“

 

Bildzeile:

Sorgen dafür, dass Patientinnen und Patienten auch nach ihrem Klinikaufenthalt ihren Alltag bewältigen können (von links): Sevim Pantiroglu, Anja Bußmann und Brigitte Ilhan. Im Bild fehlen die Team-Kollegen Axel Kaminiarz und Christian Richter.

 

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Drei Mitarbeiterinnen der ambulanten Nachsorge stehen draußen im Eingangsbereich der Ambulanz.